Das Immergrün ist eine Pflanze, die selbst im Winter ihre grünen Blätter behält. In der Antike und im Mittelalter galt sie daher als Symbol der Unsterblichkeit und Lebenskraft, da ihr selbst Frost nicht schaden konnte.
In der Natur wächst Vinca minor bevorzugt in Buchen- und Mischwäldern, in Gebüschen sowie auf Lichtungen. Nicht selten bedeckt sie als dichter grüner Teppich größere Flächen. Die Blütezeit beginnt im April, wenn sich die charakteristischen hellblauen bis violetten Blüten zeigen.
Sammeln und Aufbereitung in der Antiken Apotheke
Für die Antike Apotheke wurden vor allem die Blätter des Immergrüns genutzt.
Diese sammelte man kurz vor der Blüte, band sie zu kleinen Sträußen und trocknete sie an schattigen, luftigen Orten. Nach überliefertem Brauch konnten die Blätter jedoch auch frisch verwendet werden.
⚠️ Bereits in der traditionellen Heilkunde wurde darauf hingewiesen:
Schwangere durften kein Immergrün einnehmen.
Innerliche Anwendung laut antiker Überlieferung
Tee aus Immergrün-Blättern
Der Tee aus Immergrün galt in der Antiken Apotheke als vielseitiges Heilmittel. Ihm wurden folgende Wirkungen zugeschrieben:
Hilfe bei Nasen-, Lungen- und Darmblutungen
Anwendung bei Hämorrhoiden, Weißfluss und Durchfall, sofern keine andere schwere Krankheit zugrunde lag
Linderung bei Scheidenentzündungen, angeschwollenen Mandeln, Angina und Rachenverschleimung
Förderung der Harnausscheidung
„Reinigung des Blutes“
Linderung von chronischem Katarrh und Husten
Da Immergrün als scharf wirkend galt, wurde es nie allein verwendet, sondern stets mit anderen Kräutern gemischt.
Teemischungen der Antiken Apotheke
In der traditionellen Rezeptur wurde dem Immergrün immer zur Hälfte Gartensalbei beigemischt.
Darüber hinaus war es ein geschätzter Zusatz in Teemischungen gegen Altersbeschwerden, darunter:
Nervenunruhe
Angst- und Engegefühl
Verdrossenheit und innere Unruhe
Besondere Kombinationen:
Mit Weißdorn zur Stärkung des Herzmuskels
Mit Johanniskraut zur Linderung leichter depressiver Verstimmungen
Der Tee wurde vor den Hauptmahlzeiten oder eine Stunde vor dem Schlafengehen getrunken.
Blutdrucksenkende Wirkung in der Überlieferung
In der Antiken Apotheke galt Immergrün als blutdrucksenkend.
Überliefertes Rezept:
1 Esslöffel zerdrückte Blätter
auf 2 Liter Wasser
2 Stunden zugedeckt ziehen lassen
3-mal täglich 1 Esslöffel vor den Mahlzeiten
Diese Anwendung wurde jedoch bereits früher als maßvoll empfohlen.
Weitere traditionelle Wirkungen
Antike Kräuterbücher berichten, dass man im Immergrün Stoffe entdeckt habe,
die die Bildung verschiedener Wucherungen verhindern sollten.
Ebenso wurde überliefert:
Es lösche den Durst bei Diabetes und „heile“ diesen
Es eigne sich als Pulver:
getrocknet
fein zermahlen
zweimal täglich eine Messerspitze
Äußerliche Anwendung
Auch äußerlich fand Immergrün Verwendung:
Waschungen und Spülungen mit Immergrün-Tee galten als hilfreich bei
Hautausschlägen und Hautreizungen
Vorsicht und Maßhalten – bereits in der Antiken Apotheke bekannt
Schon früh wusste man um die Alkaloide im Immergrün.
Daher galt die klare Regel:
Allein nur in Maßen anwenden – besser in einer Teemischung
Typische Mischpartner:
Weißdornblüten
Zitronenmelisse
Apfelsinenblüten
Diese Kombinationen sollten die Wirkung abmildern und harmonisieren.
Immergrün zwischen Antiker Apotheke und moderner Bewertung
Das Immergrün (Vinca minor) nimmt in der Antiken Apotheke einen festen Platz ein. Seine Anwendung reichte von Blutstillung über nervliche Beschwerden bis hin zu Herz- und Altersleiden.
Aus heutiger Sicht sind diese Anwendungen kulturhistorisch wertvoll, jedoch nicht als medizinische Empfehlung zu verstehen. Aufgrund der enthaltenen Alkaloide sollte Immergrün nicht unkritisch verwendet werden und bleibt vor allem ein faszinierendes Beispiel für das heilkundliche Denken vergangener Zeiten.
Hinweis zur Anwendung der Rezepturen:
Hinweis zur Anwendung der Rezepturen:
- Die vorliegenden Rezepturen basieren auf historischen Quellen, insbesondere auf klösterlichen Aufzeichnungen, und wurden mit aktuellem phytotherapeutischem Fachwissen sowie modernen wissenschaftlichen Erkenntnissen harmonisiert.
- Phytonzide – von Pflanzen gebildete bioaktive Substanzen mit antimikrobiellen Eigenschaften – spielen eine zentrale Rolle im Immunsystem und in der Abwehr pathogener Mikroorganismen, einschließlich Viren, resistenter Bakterien und Pilze. Ihre therapeutische Wirkung setzt eine exakte Zubereitung und Anwendung gemäß Anleitung voraus. Nur dann ist die Wirksamkeit der enthaltenen Phytonzide im Präparat gewährleistet.
- Da Heilpflanzen pharmakologisch aktive Inhaltsstoffe enthalten, können unerwünschte Wirkungen, Wechselwirkungen mit anderen Heilpflanzen oder Medikamenten sowie Kontraindikationen bei bestimmten Erkrankungen auftreten. Bitte prüfen Sie vor der Anwendung alle sicherheitsrelevanten Aspekte sorgfältig. Es wird dringend empfohlen, vor der Anwendung ärztlichen Rat oder den einer qualifizierten medizinischen Fachperson einzuholen, insbesondere bei bestehenden gesundheitlichen Problemen oder laufender Medikation.
- Bitte informieren Sie Ihren behandelnden Arzt über die Anwendung pflanzlicher Präparate, um Risiken zu minimieren und eine integrative Therapieplanung zu ermöglichen.
Sicherheitsaspekte bei der Anwendung
Kurzüberblick
- Pflanze: Immergrün (Vinca minor).
- Wichtige Inhaltsstoffe: Vinca-Alkaloide, v. a. Vincamin.
- Hauptrisiken (plausibel): Blutdrucksenkung, Schwindel/Kopfschmerz, Magen-Darm-Beschwerden; bei Kombinationen möglich erhöhtes Blutungsrisiko.
Wechselwirkungen
1) Blutverdünner / Thrombozytenhemmer
Vorsicht bei Warfarin/Phenprocoumon, DOAKs (z. B. Apixaban, Rivaroxaban), Heparinen sowie ASS/Clopidogrel und NSAR. Möglich ist ein additiver Effekt auf Blutungsneigung oder Gerinnung.
2) Blutdrucksenkende Mittel
Vinca minor bzw. Alkaloide wie Vincamin können kreislaufwirksam sein. In Kombination mit Antihypertensiva oder gefäßerweiternden Mitteln kann Schwindel/Hypotonie zunehmen.
3) Operationen / Narkose
Vor Eingriffen kann eine Pause sinnvoll sein, da Blutdruck- und Blutungsrisiken perioperativ relevant sein können. Bitte individuell ärztlich klären.
Kontraindikationen / Wer sollte es meiden?
- Schwangerschaft & Stillzeit: nicht empfohlen (unzureichende Sicherheitsdaten).
- Kinder/Jugendliche: nicht empfohlen (unzureichende Sicherheitsdaten).
- Blutungsstörungen oder Gerinnungsmedikation: nur nach Rücksprache.
- Niedriger Blutdruck, Ohnmachtsneigung, relevante Herzrhythmusstörungen: meiden bzw. ärztlich abklären.
Mögliche Nebenwirkungen
- Magen-Darm: Übelkeit, Bauchbeschwerden, Durchfall.
- ZNS: Kopfschmerz, Schwindel, Schlafstörungen oder Müdigkeit.
- Kreislauf: Blutdruckabfall, Flush.
Warnzeichen (sofort abklären)
- Ungewöhnliche Blutungen oder blaue Flecken, Blut im Stuhl/Urin
- Ohnmacht, starkes Herzrasen, anhaltender starker Schwindel
- Schwere allergische Reaktionen (Atemnot, Schwellungen)
Forschungen
Wissenschaftliche Quellen (Auswahl)
- Poison Control: Common Periwinkle (Vinca minor) – Alkaloide & Risiken
- PubMed: Vincamine und zerebraler Blutfluss (1984)
- PubMed: Vincamine-Infusion und zerebraler Blutfluss (1980)
- EMA PDF: Vincamine – toxikologische Zusammenfassung
- PMC: Review zu Vincamine (2023)
- ScienceDirect: Interaktionen von Antikoagulanzien inkl. Herbs/OTC (2017)
- PubMed: Vinpocetin + Warfarin (Gerinnungsparameter)












