Phytonzide und Immunsystem
Warum die Natur Teil unserer Krankheitsabwehr ist
Unser Immunsystem ist nicht im Labor entstanden. Über Millionen Jahre entwickelte es sich in enger Verbindung mit der natürlichen Umwelt – mit Pflanzen, Mikroorganismen, Luft und Boden. Lange bevor es Antibiotika gab, lebte der Mensch in Landschaften, die ihn nicht nur krank machten, sondern ihn auch schützten.
Die Natur hat dem Menschen während der Evolution nicht nur Krankheitserreger, sondern auch Mittel zur Abwehr bereitgestellt.
Ein oft übersehener Teil dieses natürlichen Schutzes sind Phytonzide. Dabei handelt es sich um flüchtige, biologisch aktive Stoffe, die von Pflanzen gebildet werden. Sie dienen den Pflanzen zur Abwehr von Bakterien, Viren, Pilzen und Einzellern – beeinflussen aber gleichzeitig die mikrobielle Umgebung des Menschen.
Seit der Mensch existiert, atmet er diese Stoffe ein. Phytonzide gehören damit zu den Umweltfaktoren, an die sich unser Immunsystem evolutionär angepasst hat. Sie töten Keime nicht mit brachialer Gewalt, sondern regulieren, hemmen und entlasten. Genau dieses Prinzip rückt heute wieder in den Fokus der Forschung.
Den wissenschaftlichen Durchbruch erzielte Ende der 1920er-Jahre der Biologe Boris Petrovich Tokin. Er zeigte erstmals experimentell, dass Pflanzen aktiv Stoffe freisetzen, die Mikroorganismen beeinflussen, und prägte dafür den Begriff Phytonzide. Damit wurde klar: Pflanzen sind nicht nur Nahrung oder Dekoration – sie gestalten aktiv die Umwelt, in der unser Immunsystem arbeitet.
Diese Artikelserie folgt einer einfachen, aber weitreichenden Idee:
Phytonzide sind ein Teil dieses natürlichen Immunschutzes.