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Antike Ursprünge von Oxymel: Essig und Honig als Heilmittel in Ägypten, Griechenland und Rom

Oxymel

Essig und Honig als Heilmittel

    Die Kombination aus Essig und Honig gehört zu den ältesten überlieferten Rezepturen der Heilkunde. Schon in der Antike galt sie als wirksames Mittel zur Stärkung, Reinigung und Vorbeugung gegen Krankheiten. Sie wurde sowohl als Medizin als auch als erfrischendes Alltagsgetränk genutzt. Die wichtigsten Vertreter waren Oxymel (griechische Medizin) und Posca (römische Tradition).

Ägypten: erste Spuren

    Im alten Ägypten finden sich frühe Hinweise auf die Kombination von Honig (antimikrobiell, konservierend) und Essig (säuernd, reinigend). Solche Mischungen wurden u. a. zur Wundversorgung, zur Förderung der Verdauung und als bekömmliche Erfrischung verwendet.

Griechenland: Hippokrates und Dioskurides

    In der griechischen Medizin erhielt Oxymel (griech. oxos = Essig, meli = Honig) besondere Bedeutung. Hippokrates (460–370 v. Chr.) setzte Oxymel u. a. bei Fieber, Atemwegsbeschwerden (Schleimlösung/Expektoration) und Verdauungsproblemen ein. Dioskurides (1. Jh. n. Chr.), Autor der „Materia Medica“, beschreibt Oxymel als vielseitiges Arznei- und Stärkungsmittel.

Rom: Posca für Legionäre

    In Rom war Posca das verbreitete Getränk der Legionäre und der einfachen Bevölkerung. Es bestand aus Wasser mit Essig (häufig Weinessig), teils mit Honig oder Kräutern. Posca war preiswert, erfrischend und hygienisch oft sicherer als stehendes Wasser; zugleich schrieb man ihr gesundheitsfördernde Eigenschaften zu (Verdauung, Durstlöschung, leichte antimikrobielle Wirkung durch Säure).

Medizinische Sicht der Antike

    Vor dem Hintergrund der Vier-Säfte-Lehre galt Essig als kühlend/trocknend und Honig als wärmend/ befeuchtend. Die Mischung wurde als regulierend angesehen und dementsprechend bei Magen-Darm-Beschwerden, Fieber und Atemwegserkrankungen eingesetzt. Damit legte die Antike den Grundstein für die spätere Entwicklung im Mittelalter (u. a. persisches Sekanjabin) und die Aufnahme in europäische Pharmakopöen (z. B. Oxymel squilliticum).

Kontinuität

    Von Ägypten über Griechenland bis nach Rom zeigt sich die kontinuierliche Nutzung der Essig-Honig-Kombination als Arznei- und Alltagsgetränk. Die antike Praxis bildet die historische Basis für mittelalterliche Rezepturen und eröffnet die Brücke zu modernen Anwendungen und Forschungen, die in späteren Artikeln dieser Serie vertieft werden.

Grundbegriffe A-P